Schneebergpfarren.at

Elisabethkirche

Elisabethkirche“Was willst du wichtigtuender Mensch des dritten Jahrtausends”, so fragt mich unser Berg, der Schneeberg. “Der Stein, über den du stolperst, hat Eiszeiten und Kreidemeere gesehen. Die Wand, die über dir aufragt, ist tausendmal älter als die Menschheit.”
Was ist dagegen der 110. Geburtstag unseres Bergheiligtums, der Kaiserin Elisabeth Gedächtniskirche? Lassen wir uns etwas vom Geburtstagskind selber erzählen:
Jugendstil nennt man mein Antlitz nach außen und im Inneren. Prominente aus Politik und Kultur haben mich besucht. Kaiser Franz Josef I hat hier gebetet. Peter Rosegger hat mich mit einem Vers begrüßt: “Sei mir gegrüßt, du schönes reines, auf einsamer Höhe erblühendes Edelweiß, erhaben trauerndes Sinnbild du der herrlichen Frau!” (Siehe: Marmortafel im Vorraum).
Bald sind Wolken gekommen, die sich zum ersten Weltkrieg zusammenbrauten. Inständig haben hier Beter um Sicherheit und Frieden den Schöpfer angefleht.
Patriotische Feiern hat es nach dem Ersten Weltkrieg hier bei mir heroben gegeben, während unten Bürger- und Bruderkrieg vom Zaum brachen.
Statt Glockenklängen von meiner Kuppel donnerten schwere Bomber im Tiefflug gegen Wr. Neustadt, die meist zerstörte Stadt Österreichs im Zweiten Weltkrieg.
Von hier aus beobachtete mancher Soldat die heißen Gefechte im Puchbergertal in den letzten Kriegstagen im April 1945. Einige Kugeln aus Geschützen pfiffen auch an mir vorbei.
Elend und Not überall, wo ich hinschaute. Gezeichnete Menschen, jedoch mit Hoffnung und Dank im Herzen und Bereitschaft zum Zupacken, kommen wieder zu mir herauf.
Sie sehen, dass der Zahn der Zeit an mir genagt hat. Der Krieg ist ebenfalls nicht spurlos an mir vorbeigegangen . Durch die Initiative vieler meiner Freunde und Bergkameraden sind meine Runzel im Gesicht ausgebessert worden ein Jahr nach dem Friedensvertrag für unsere Heimat (1956).
Seither haben mich gutgesinnte Menschen gepflegt und umsorgt. Vor allem ist mein Dach wieder dicht und verlässlich, sodass ich Regen, Schnee, Hagel und Sturm nicht zu fürchten brauche.
Den “Tag des Friedens” hier auf dem Schneeberg werde ich nie vergessen. Es war im August des Jahres 1990. Knapp davor hat sich die Grenze geöffnet, die unter “Eiserner Vorhang” bekannt war.
An klaren Tagen hat von hier aus jeder Bergsteiger in Richtung Osten über diesen Vorhang gesehen. Die Menschen hinter dieser harten Grenze haben voll Sehnsucht zu mir heraufgeschaut.
Viele von ihnen kamen herauf, um für die Freiheit zu danken. Geteilt haben sie ihre Freude und ihren Proviant. Seither weiß ich, dass “Mi Atyánk, aki a mennyekben...” ungarisch ist und übersetzt “Vater unser, im Himmel...” heißt.
Eine große Überraschung war für mich, als ich zum ersten Mal die Besucher aus dem “Salamander” aussteigen sah.

Elisabethkirche innenZum Schluss darf ich von meiner heimlichen Freude erzählen:
Eine liebe Abwechslung für die Windorgel, die mitunter ganz kräftig um mich pfeift, sind Gesangsgruppen, die gerne zur Ehre Gottes das eine oder andere Lied in mir erklingen lassen.
Auch Bläser grüßen mich mit getragenen Melodien. Im Vorjahr erklang aus Alphörnern das Lied: “Maria, dich lieben...”.
Im Vergangenen Jahr konnte ich auch eine kleine Schönheits-OP erfahren, indem ich eine neue Rund-um- Verglasung gekommen habe. Meine schönen alten in Blei gefassten Fenster wurden fachgereicht saniert, was mich besonders mit Freude erfüllt. Und mein inneres wurde wieder strahlend weiß.
Besucher kommen gerne herein. Viele von ihnen finden auch Zeit zu einem kurzen Gebet. Wenn keines mehr in Erinnerung ist, dann wird die Kuppelinschrift zum Lob Gottes: “Ihr Berge und Hügel lobet den Herrn!”

So das war’s. Wenn Du das alles selber erleben willst, komm herauf! Ich freue mich auf Dich!

Mag. Wolfgang Berger, Pfarrer

Vielleicht darf ich aus diesem Grund auf mein Spendenkonto zu meiner Erhaltung hinweisen, weil ihr wisst schon, so eine „Alte Dame“ braucht so manch Aufwand und Liebe um sie für alle im Schuss zu halten!

Unter „Spendenkonto für Elisabethkircherl“

IBAN : AT873286500006025555; BIC : RLNWATWWNSWJeden

Spende zählt – Vergelt´s Gott!